Chancen und Herausforderungen eines Erfolgsmodells
Der Vereinssport in
Deutschland ist ein Erfolgsmodell.
Mehr als 20
Millionen Sportler sind
in über 90.000 Sportvereinen
unter dem Dach des
Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB) organisiert.
Der Erfolg der Vereine
war in der Vergangenheit
ein Selbstläufer. Mehr
Professionalisierung und
Kommerzialisierung verändern
die Strukturen des Sports und sorgen für Konkurrenz.
Diese Konkurrenz
kommt aus dem Markt der
erwerbswirtschaftlichen
Sportanbieter und vom
Trend zum unverbindlichen
Freizeitsport.
Über die Zukunft des Vereinssports
wird viel diskutiert. Im
Mittelpunkt steht die Frage
nach der Überlebensfähigkeit
dieser traditionellen Organisationsform.
Die Sportvereine
konnten sich bei stetig
steigenden Mitgliederzahlen
und geringer Konkurrenz auf
dem Markt der Sportanbieter
erfolgreich entwickeln. Ein
Erfolg, der sich an den Mitgliedern,
Kunden, Spendern,
freiwilligen Helfern und nicht
zuletzt am Interesse und an
der Motivation aller Beteiligten
bemisst.
Auch heute finanzieren sich
die Vereine überwiegend durch
Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Öffentliche Mittel stützen
den selbstorganisierten Sport
und sollen zur Bewahrung solidarischer
Formen und ehrenamtlicher
Tätigkeit mit ihrer
großen gesellschaftlichen Bedeutung
beitragen.
Diese Einnahmequellen werden
aber durch Kritiker zunehmend
als unsicher betrachtet.
Es wird befürchtet, dass
staatliche Mittel gekürzt werden
und die Vereine im Wettbewerb
mit kommerziellen
Anbietern und einem größeren
Alternativangebot nicht richtig
aufgestellt
sind.
Beim Sportangebot
unterziehen
sich die
Vereine bereits zu großen Teilen
einem Anpassungsprozess.
Rückläufigen Mitgliederzahlen
in den klassischen Sportarten
begegnen sie, indem
Trendsportarten wie Parkour
in das Vereinsangebot mit aufgenommen
werden. Viele Vereine
bieten über ihr Standardportfolio
hinaus zusätzliche
Sportangebote an und organisieren
zahlreiche außersportliche
Events für ihre Mitglieder.
Ein erster Schritt Richtung
Mitglieder- bzw. ?Kundenbindung?.
Wie gehen Vereine die
wirtschaftlichen Chancen
und Herausforderungen
an?
Der Sportverein kann als
Selbsthilfeorganisation bezeichnet
werden, in dem die
Mitglieder in Eigenverantwortung
Sport organisieren,
sozusagen als Gegenstück
zum Markt und staatlicher
Daseinsfürsorge. Allerdings
können die vielfältigen und
gestiegenen Anforderungen an
das Vereinswesen nicht mehr
alleine durch die Mitgliedsbeiträge
abgedeckt werden.
Der finanzielle Spielraum der
Sportvereine hat einen ganz
wesentlichen Einfluss auf die
Autonomie. Daher zeigen sich
die Sportorganisationen auch
vermehrt den marktorientierten
Angeboten gegenüber
aufgeschlossen. Die Vereinsführung
sieht sich hier einer
Herausforderung gegenüber,
wonach einerseits die Autonomie
des Sports nur über entsprechende
finanzielle Mittel
dauerhaft sicherzustellen ist
und andererseits das Erfordernis,
externe Geldquellen zu erschließen,
gerade die Ziele des
gemeinnützigen Sports gefährden
kann.
Eine Verbesserung der finanziellen
Situation der Sportvereine
ist im Zuge des wachsenden
Konkurrenzdrucks nur
begrenzt durch Erhöhung von
Mitgliedsbeiträgen und Aufnahmegebühren
realisierbar.
Höhere Beiträge führen vermutlich
zu vermehrter Abwanderung
von Mitgliedern.
Als überlebenswichtig aber
ebenso wenig wachstumsträchtig
sind die Zuschüsse von
Staat und Verbänden sowie die
Spenden von Mitgliedern oder
externen Gönnern einzuschätzen.
Daher fällt zur Sicherstellung,
Konsolidierung und
Verbesserung der finanziellen
Situation der Sportvereine
dem Bereich der Wirtschaftseinnahmen
eine zunehmend
größere Bedeutung zu. Sponsorengelder,
Werbeverträge,
Miet- und Pachteinnahmen,
Einnahmen aus Veranstaltungen,
Vereinszeitschriften,
Vereinsgaststätten zählen beispielsweise
zu diesem Bereich
dazu.
Aus Sportvereinen sollen und
können keine gewinnorientierten
Unternehmen werden.
Dennoch gilt es, die Angst vor
Gewinnen abzulegen, da sich
die satzungsgemäße Zweckgebundenheit
der finanziellen
Mittel auf die Gewinnverteilung
bezieht. Ziel muss es sein,
eine starke Struktur der sportlichen
Selbstverwaltung aufzubauen.
Marktorientierung
heißt dabei, den Wandel als
Herausforderung anzunehmen
und einen weiterhin erfolgreichen
Weg zu gehen. Wirtschaftliche
Chancen erschließen
sich den Verantwortlichen
im Breiten- und Leistungssport
vor allem dann, wenn
sie die Kraft der Gemeinschaft
nutzen und den Markt erkennen.
Autor: redaktionelle meldung - veröffentlicht am 24.08.2010 - 11:13:42 - letzte Überarbeitung am 24.08.2010 - 11:13:42
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