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Verwunderung und Unverständnis über Speyerer Stadtratsbeschluß
Speyer. Mit Verwunderung hat die Gesellschaft der Circusfreunde e. V. den Stadtratsbeschluss der Stadt Speyer vom 06.05.2010 zur Kenntnis genommen, dem zufolge Zirkusunternehmen in Zukunft nicht mehr in Speyer spielen dürfen, wenn sie bestimmte Wildtierarten mitführen. Absolut unverständlich ist die Argumentation der Speyerer Stadträtin Helga Spitzer (CDU) dazu: „Im 18./19. Jahrhundert war es eine Sensation, Wildtiere im Circus live zu erleben. Heute ist das nichts Besonderes. Es gibt sehr viele Zoos mit großen Freigehegen, in denen die Tiere verhältnismäßig stressfrei und artgerecht gehalten und beobachtet werden können. Auch eine Tiersafari nach Afrika ist heute nicht mehr unerreichbar.“



Der Verband Deutscher Zoodirektoren hat sich vor Kurzem geäußert und klar auf die Seite des Zirkus mit (Wild-)Tieren gestellt. Zoo und Zirkus haben das gleiche Ziel, die Tiere den Menschen nahe zu bringen. Damit wird nicht zuletzt ein Interesse für Tiere geweckt, deren natürliche Lebensräume immer weiter vernichtet werden. So leben heute bereits mehr Tiger in menschlicher Obhut in Zoos und Zirkussen als in der Natur. Und in Afrika werden Elefanten gezielt getötet, weil der Lebensraum nicht mehr ausreicht.



Elitär und wenig konsequent ist der Verweis auf Tiersafaris, die sich die meisten Zirkusbesucher, vielleicht im Gegensatz zu Stadträtin Spitzer, gar nicht leisten können. Und wenn sie es könnten? Wer wollte in Zeiten von Global Warming ernsthaft empfehlen, dass Millionen Zirkusbesucher sich auf den Flug nach Afrika begeben?



Die Gesellschaft der Circusfreunde e. V. versucht seit Jahren, die Diskussion der Wild-Tierhaltung im Zirkus auf einer sachlichen Ebene zu führen. Und es gibt eine Vielzahl von Argumenten, die für eine (Wild-)-Tierhaltung im Zirkus sprechen: Deutschland ist Vorreiter in Sachen Tierschutz im Zirkus. Schon 1990 ließ das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durch ein Expertengremium „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben und ähnlichen Einrichtungen" erarbeiten, die regelmäßig überarbeitet werden. Für jede Tierart sind darin die Mindestanforderungen an Haltung, Transport, Ernährung, Klima und Ausbildung genau beschrieben. Keine andere Tierhaltung wird in Deutschland so regelmäßig durch die Veterinärämter kontrolliert wie die im Zirkus.



Eine repräsentative Studie der renommierten GfK Marktforschung aus Nürnberg hat Ende September 2008 der schweigenden Mehrheit eine Stimme verliehen: 85,5 % der Deutschen (Männer und Frauen ab 14 J.) sehen gerne Tiere im Zirkus! Spitzenreiter sind dabei Raubtiere, Elefanten und Pferde, die jeweils rund zwei Drittel aller Befragten gerne im Zirkus sehen. Hoch ist die Ablehnung der Positionen sogenannter Tierrechtler. Nicht weniger als 76,4% der Befragten sind nämlich der Meinung „Tieren im Zirkus geht es gut, wenn alle Vorschriften eingehalten werden“.
Dass auch die Speyerer Bevölkerung dieser Meinung ist, lässt sich am Besucherzuspruch der Tier-Zirkusse ablesen, die im letzten Jahr in Speyer gastierten.



Deshalb fordert die Gesellschaft der Circusfreunde e. V.:


1) Tiere gehören zum Zirkus. Die Politik muss die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, damit wir auch in Zukunft Tiere im Zirkus erleben können – auch in Speyer!


2) Die ,,Leitlinien“ müssen allgemein verbindliche Rechtsgrundlage werden. In der Praxis müssen sie einen verlässlichen Standard definieren an dem sich Zirkusse, Tierhalter und Veterinäre gleichermaßen orientieren können.


3) Wenn alle Vorschriften, insbesondere diese „Leitlinien" eingehalten werden, verdient der Zirkus endlich auch in Deutschland die seit langem vom EU-Parlament geforderte Anerkennung als Teil der Kultur Europas und die Unterstützung durch Politik, Medien und Öffentlichkeit!
Autor: gcd - veröffentlicht am 21.06.2010 - 13:40:36 - letzte Überarbeitung am 21.06.2010 - 13:40:36
  Kategorie: Freizeit, Buntes, Vermischtes
Firmenportrait
Die Liebe zur Welt der Manege verbindet uns. Wir - das sind die rund 2000 Mitglieder der Gesellschaft der Circusfreunde e.V. (GCD). Unser Interesse gilt der aktuellen Circus-Szene ebenso wie der Geschichte des Circus.
Die Geschichte unserer Gesellschaft begann 1955 mit einem Zusammenschluss von sieben Circusbegeisterten in Berlin. Heute gehören der GCD etwa 2000 Mitglieder an. Sie leben nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Skandinavien, den USA, Südafrika und Australien.
Die Circusszene hat viele Facetten. Das macht es so spannend, sich mit ihr zu beschäftigen. Allein in Deutschland reisen mehrere hundert Circusunternehmen. Das Spektrum reicht kleinen Familiencircus über den mittlerweile zum Klassiker avancierten einstigen Alternativ-Circus Roncalli bis zum größten Circus Europas, dem Circus Krone. In der deutschen Circusszene steckt eine Vielfalt, die sich vom traditionellen Circusprogramm über die Vorstellung im Wasserbassin bis zur reinen Artistenshow ohne Tiere erstreckt.

Das Hobby Circus ist ähnlich vielfältig. Viele unserer Mitglieder sammeln Programmhefte, Bücher, und Zeitungsausschnitte über ihr Lieblingsthema oder halten ihre Circuserlebnisse mit der Kamera fest. Manche Sammlungen gleichen privaten Archiven. Andere Circusfreunde hingegen werden unterm Dachboden selbst zum Circusdirektor: Sie bauen ihr Lieblingsunternehmen mit unendlicher Geduld originalgetreu im Modellbauformat nach. Andere wiederum entwickeln selbst artistisches Können, oder organisieren Gruppenreisen zu Circussen im In- und Ausland. Und weitere wiederum schreiben Circusbücher, verfassen Artikel für Fachzeitschriften oder kreieren eigene Websites über ihr Hobby. Und manche sind über ihr Hobby sogar selbst zum echten Circusdirektor geworden.

Das Dach für all diese Aktivitäten bildet unsere Gesellschaft. Sie ermöglicht den Erfahrungsaustausch unter Circusbegeisterten. Hierdurch sind viele gute Freundschaften entstanden. Zum einen bei unseren bundesweiten Jahrestagungen, zum anderen bei regelmäßigen regionalen Treffen. Zwischen Hamburg und Wien ist die GCD mit zahlreichen Sektionen und Gesprächskreisen vertreten. Wenn Circusfreunde zusammenkommen, dann wird viel geplaudert und gefachsimpelt - und fast immer gibt es auch ein gemeinsames Programm: Mal lassen wir uns per Dia-Projektor in Circus-Welten im In- und Ausland entführen, mal haben wir Artisten zu Gast, die uns aus ihrem Leben berichten. Durch unsere Kontakte zu Circusleuten haben wir Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Darüber hinaus versuchen wir Circusfreunde, auch bei Außenstehenden Interesse für das Thema Circus zu wecken - sei es durch Ausstellungen, Buchveröffentlichungen oder Gesprächsabende.
Das Bindeglied, das uns über die regionalen Aktivitäten hinaus verbindet, ist die Circus Zeitung. Sie erscheint monatlich und wird von Circusfreunden für Circusfreunde geschrieben. Mitglieder erhalten sie monatlich kostenlos. Sie wird auch in vielen Circussen intensiv gelesen und gilt mittlerweile als bedeutendste Circus-Zeitschrift Europas. Zum Inhalt gehören aktuelle Programmbesprechungen ebenso wie Hintergrundberichte, Artistenporträts, Gastspieltermine, Meldungen aus der Circusszene und Berichte aus dem Vereinsleben der GCD.
Der Einsatz für den Circus ist uns wichtig. Wenn der Bundesrat ein Verbot von Wildtieren im Circus fordert, wenn immer mehr Gastspielplätze zugebaut werden oder einzelne, unseriöse Familiencircusse mit Bettelaktionen dem Ruf der Branche schaden, dann nimmt die GCD dazu Stellung. Mal ruft sie Postkartenaktionen ins Leben, mal weist sie mit öffentlichen Erklärungen auf Probleme der Circusse hin. Wir können hiermit die Interessenvertretung der Circusse nicht ersetzen. Wir unterstützen sie aber dort, wo wir es können und für sinnvoll halten. Zugleich zeichnet die GCD Circusleute und -experten für ihre Verdienste aus - zum Beispiel mit dem Ernst-Renz-Preis oder dem Saltarino-Preis. Darüber hinaus verleiht die GCD beim den Internationalen Circusfestivals von Monte Carlo und Budapest und beim Nachwuchsfestival European Youth Circus in Wiesbaden Sonderpreise.
Die Begeisterung für den Circus steht im Mittelpunkt unseres Vereinslebens. Können wir auch Sie dafür begeistern?
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